Seit März 2009 führt das Berufsbildungswerk St. Franziskus in Abensberg im Auftrag des
Bundesministeriums für Arbeit und Soziales das Modellprojekt für „Einsatzmöglichkeiten des Persönlichen Budgets bei der sozialen und beruflichen Inklusion von Menschen mit autistischen Syndromen anhand konkreter Beispiele aus der beruflichen Rehabilitation“ durch.
Die Ergebnisse der bisher durchgeführten Modellprojekte, die sich mit den Möglichkeiten der beruflichen Förderung von Menschen mit Autismus sowie mit deren Teilhabe und beruflichen Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt beschäftigten, haben eindeutig gezeigt, dass Menschen dieses Personenkreises beruflich bildbar sind und in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden können.
Die Nachhaltigkeit einer Vermittlung in Arbeit und Beruf ist abhängig von einer geeigneten Arbeits- und auch Wohnform und eng mit einer sozialen Einbindung der Betroffenen sowie einer passgenauen individuellen Unterstützung in lebenspraktischen Belangen und in der Freizeitgestaltung verbunden.
Die Nutzbarmachung des Persönlichen Budgets stellt aus unserer Sicht eine hervorragende Möglichkeit dar, die behinderungsspezifischen Barrieren bei der Inklusion von Menschen mit Autismus zu überwinden. Menschen mit Autismus benötigen behinderungsbedingt im Hinblick auf soziale und berufsbedingte Anforderungen ein hohes Maß an Hilfe und Unterstützung. Diese Unterstützung kann sich erstrecken auf Lebensbereiche wie Arbeit‚ Wohnen, Lebenspraxis, Freizeit, Schule, Sozialtraining, Therapie, etc. Es soll untersucht werden, inwieweit es Betroffenen gelingen kann, als Budgetnehmer Leistungen eigenständig „einzukaufen“. Es gilt ebenfalls zu eruieren, wie Menschen aus dem autistischen Spektrum mit Hilfe budgetfähiger Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, Umschulungs- und Anpassungslehrgänge den wachsenden Erfordernissen des Arbeitsmarktes gerecht werden können, um die Nachhaltigkeit des Rehabilitationserfolges, also die Integration in Beruf und Gesellschaft zu sichern.
Auf dem Weg dort hin möchten wir die Hemmschwellen, die einzelne Personen bislang daran hinderten, ein Persönliches Budget zu beantragen, lokalisieren sowie den Unterstützungs- und Beratungsbedarf von Menschen mit Autismus erheben. Es soll eine Übersicht über geeignete budgetfähige Leistungen über alle Lebensbereiche hinweg gewonnen werden. Desweiteren werden Personen mit unterschiedlichem Hilfebedarf bei der Beantragung des Persönlichen Budgets begleitet. So wird der Antrags- und Bewilligungsprozess im jeweiligen Einzelfall dokumentiert und die Ergebnisse können gegenübergestellt werden. Antragsverfahren, Leistungen, Effekte und Leistungsangebote sollen umfassend evaluiert und Best-Practice-Beispiele beschrieben werden.
Berufsbildungswerk St. Franziskus Abensberg
Ansprechpartnerin: Frau Kathrin Hainzlmeier
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