Um 08:00 Uhr suche ich die Wohnung meiner Klientin auf, und wecke sie mit den Worten:„Moin, gut geschlafen?“
Dann mache ich Tee und warte und warte, bis sie aufstehen will. Ich helfe ihr vom Bett in den Rollstuhl und setze sie aufs Klo. Danach wasche ich ihren Oberkörper und kleide sie an. Die Zähne putzt sie sich selber. Ich kämme ihr noch die Haare und putze die Brille, bevor wir zum Frühstücken an den Tisch gehen (rollen).
Der Tee ist dann auch schon abgekühlt, es fehlt nur noch der Strohhalm zum Trinken. Ich schüttele dann das Bett aus und lüfte das Schafzimmer. Wenn sie keinen Termin am Vormittag hat, gehe ich die Wohnung durch: Blumen gießen, Tisch abwischen, Mülleimer voll? Altpapier.
Dann frage ich, was heute ansteht und wir besprechen den Tagesablauf. Heute kommt die KG (Krankengymnastin) um 11:00, d.h. ich kann dann Pause machen bis 13:00. Ich nehme noch den Müllbeutel mit und denke an den Hausschlüssel.
Um 13:00 komme ich wieder und gebe ihr etwas zu trinken. Ich mache schon mal Papierkram (Stundenzettel, Pflegedokumentation). Nachdem wir auf Toilette waren, gehen wir in die Küche und gucken, was wir einkaufen müssen. Ich fülle noch eine Überweisung für die Bank aus, bevor ich sie vom Rollstuhl in den Sessel setze, damit ich den Schlupfsack festmachen kann.
Wenn wir dann beide eingepackt sind, kann es losgehen. Erst zur Bank, dann Einkaufen. Wieder zurück, packe ich die Einkäufe weg, dann frage ich:„Hunger, Durst?“ Ich mache ein Brot und stelle ein Glas Saft hin.
Da sie heute Abend mit Freunden ins Kino und vorher mit selbigen Essen geht, brauche ich nicht zu kochen. Während sie am PC noch etwas zu tun hat, putze ich das Bad. Zur Belohnung gehe ich dann vor die Tür, eine rauchen. Wieder zurück, mache ich mir einen Kaffee und schreibe die Pflegedokumentation.
Ich habe mich entschieden, mit ins Kino zu gehen, sonst könnte ich sie auch hinbringen, Pause machen und wieder abholen. Bevor wir uns anziehen, bringe ich sie noch mal zur Toilette.
Dann gehen wir los und treffen die anderen. Wenn das Essen dann kommt, schneide ich es in mundgerechte Stücke und helfe zum Schluss, die letzten Happen auf die Gabel zu schieben. Im Kino setze ich sie vom Rollstuhl in den Kinosessel. Nach dem Film bringe ich sie gleich nach Hause, weil es schon spät ist. Normalerweise habe ich bis 23:00 Dienst, heute wird es ein bisschen später. So ist kein Tag wie der andere.
Ein paar mal schon fuhren wir zu Vorstellungsgesprächen mit der Bahn oder dem PHÖNIX-Auto. Einmal waren wir übers Wochenende zu einem Seminar verreist. Wir mussten ziemlich früh los und ich war ein bisschen aufgeregt, dass ich nichts vergesse einzupacken. Es ging alles ganz gut, nur im Zug fiel mir auf, dass ich mein eigenes Gepäck vergessen habe. So gibt es immer wieder neue Herausforderungen zu bewältigen.