25 Jahre SG BeNi

Ein Beitrag von Alfons Kestel und Florian Stangl über die Sportgemeinschaft Behinderter und Nichtbehinderter an der Universität

Im Wintersemester 1985/86 gründeten behinderte und nichtbehinderte StudentInnen einen Sportverein, um im Sport ein gemeinsames Erlebnis- und Handlungsfeld zu schaffen.

Dieviel zitierte „Integration” ist nämlich erst gar nicht notwendig, wenn behinderte und nichtbehinderte Menschen von Anfang an nicht getrennt werden. Für behinderte SportlerInnen ist es auch heute noch schwierig, in einem Sportverein eine sportliche Heimat zu finden. Dabei ist es für viele eine reizvolle Herausforderung, regelmäßig zu trainieren und dabei neue Körpererfahrungen in ihrem Rollstuhl oder mit anderen Hilfsmitteln zu machen. Wenn sie in der Sportgemeinschaft individuell an eine Sportart herangeführt werden, erkennen und erfahren behinderte Menschen ihr persönliches Potential. Neugier und Motivation brachten schon manche behinderte Sportler des Vereins zu olympischen Ehren und Siegen.

An der Universität Regensburg gibt es Behindertensport seit 1979. Er wurde auf Anregung behinderter StudentInnen vom damaligen Senatsbeauftragten für körperbehinderte Studierende in das Programm aufgenommen. Das Sportzentrum der Uni – damals unter der Leitung von Prof. Dr. Heinz Lutter – bot Rollstuhlbasketball, Schwimmen, Bogenschießen, Tischtennis und Bewegungsspiele an.

In den Jahren 1984 -1986 wurde am Sportzentrum ein Projekt Behindertensport eingerichtet, in dem Aspekte des Sports als Rehabilitationsmaßnahme wissenschaftlich untersucht wurden.

1985 gründeten Regensburger StudentInnen mit und ohne Behinderung den Verein Sportgemeinschaft Behinderte und Nichtbehinderte – SG BeNi.

Vor 25 Jahren wurden damit neue Wege im Behindertensport eingeschlagen, und noch heute treiben behinderte und nichtbehinderte StudentInnen zusammen Sport – nach wie vor auch am Uni-Sportzentrum. Eine Behinderung setzt manche Grenze, aber Sport hilft, vermeintliche Begrenzungen zu erweitern. Dadurch verändern sich die Körperwahrnehmung behinderter Menschen und auch die Wahrnehmung ihrer Umwelt.

Als integrativer Sportverein für Menschen mit und ohne Behinderung war und ist es unser Bestreben, Menschen mit Behinderung Sport in verschiedenen Formen zu ermöglichen. Im Sport sollen sie sowohl einen Ausgleich im Alltag finden als auch die eigene Integration in das gesellschaftliche Leben voranbringen. Von Beginn an haben wir uns dem Breitensport verpflichtet gefühlt, so dass jeder an unseren Sportangeboten teilnehmen kann.

Wir ließen aber auch den Leistungsport nicht zu kurz kommen. So haben in den zweieinhalb Jahrzehnten seit der Vereinsgründung eine ganze Reihe bekannter Regensburger Sportler – z.B. Alexander Zielke, Michael Bachl, Annke Conradi und die Rollstuhlbasketballmannschaft „Magic” der SG BeNi – den Anfang ihrer Sportlerkarriere in unserem Verein gemacht und diese mit Siegen wie Paralympischen Medaillen, Deutsche Meisterschaft, Bayerische Meisterschaft gekrönt.

Grundstock unserer Arbeit in der SG BeNi waren und sind neben dem studentischen Sport unsere Kindersportgruppen, in denen Kindern und Jugendlichen ein Einstieg in das Bewegungsangebot ermöglicht wird, ohne den Wettbewerbscharakter in den Vordergrund zu stellen. Einige Jugendliche sind aus diesen Gruppen entwachsen und spielen zwischenzeitlich Rollstuhlbasketball in der Jugendauswahlmannschaft Deutschlands.

Neben dem regelmäßigen Sportangebot steht die SG BeNi aber auch jederzeit neuen und weiteren Sportangeboten offen gegenüber und unterstützt diesbezügliche Aktivitäten, wie z.B. die Eröffnung eines Hochseilgartens für Rollstuhlfahrer.

Auch gesellschaftlich hat sich die SG BeNi immer engagiert, z.B. durch die Mitgründung der Beratungsstelle Phönix (jetzt Phönix e.V.), durch die Herausgabe eines Stadtführers für Rollstuhlfahrer (Konzept: Karl Boegner) oder als Träger von ABM-Maßnahmen.

Weitere gesellschaftliche Verpflichtungen nimmt die SG BeNi auch im Beirat für Menschen mit Behinderung der Stadt Regensburg wahr, in welchen der Vorsitzende der SG BeNi, Florian Stangl, als Sprecher des Arbeitsausschusses tätig ist.

Gerade die Kombination aus Sport und Gesellschaftlichem macht die SG BeNi interessant und führt hoffentlich auch weiterhin noch viele Sportler mit und ohne Behinderung zu uns.